Online Marketing für Coaches

Marketing für Coaches & Andere Mimosen – Hör auf zu jammern!

Machen Coaching Ausbildungen schwach und ängstlich? Muss man sein Rückgrat am Eingang abgeben? Bekommt man die Goldwaage geschenkt?
Diese und andere Fragen will ich in diesem Blogbeitrag thematisieren. Dabei möchte ich niemanden herunterputzen oder schlecht machen, nein ich möchte wieder zum Denken anregen. Und ich will aufzeigen, dass diese Gedanken erklären können, wieso so viele Coaches Probleme mit der Kundengewinnung und dem Marketing haben.

Wertschätzung heißt nicht Wattebällchenbad

Ich bin in sehr vielen Facebookgruppen, offline Übungsgruppen und auf Events der Szene. Eines spüre ich fast immer:
„Dein Projekt wird scheitern!“

Nein da wird dann viel drumherum geredet, bisschen Chichi hier bisschen bunt dort und schon bist du total toll und kannst alles schaffen. Heute glaube ich, viele Coaches sind deshalb nicht erfolgreich, weil ihre Freunde und Kollegen einfach nicht ehrlich zu ihnen sind. Der Geheimcode für dieses Spiel heißt: Wertschätzung. Doch diese Wertschätzung ist oft falsch verstanden. Da wird wirklich jeder Schrott gelobt, jedes Foto und jede Webseite als ach so toll dargestellt. Und privat hört man dann:

Boah das ging ja gar nicht!
Hast du das gesehen?

Solche ein Verhalten hat für mich mit Wertschätzung so viel zu tun, wie Weihnachten mit Sommer. Gar nichts.

Wertschätzung ist Ehrlichkeit

JA, genau das ist es für mich. Ehrlichkeit. Ganz einfach, ganz unverblümt. Das tut auch mal weh. Wachstum entsteht dort, wo wir an unsere Grenzen stoßen, nicht dort, wo wir immer heile Welt vorgespielt bekommen. Doch Ehrlichkeit bedarf einer Sache, die Heute immer weniger vorhanden ist: Rückrat.
Eine Meinung zu haben, die nicht vielleicht von der gewünschten Meinung abweicht. Diese zu vertreten, dass Bedarf Rückrat. Und das haben viele nicht.
Und wenn es vorhanden war, wurde es abtrainiert in der Coachingausbildung.

Wertschätzung ist Diskussion

Ich bin dagegen weil:

  • Argument A
  • Argument B
  • Argument C

Mögen die Spiele beginnen, da wird kontra gegeben was das Zeug hält. Da wird gerauft und gestritten. Da werden Wortgefechte ausgefightet. Das ist Emotion dabei! Und am Ende wurde das Thema genau dadurch von allen Seiten geprüft. Egal zu welchem Entschluss die Parteien danach kommen, es hat sich gelohnt. Das Thema ist wirklich durchdacht worden. Es gab vielleicht hier und da kleine und größere Änderungen.

Und manchmal gehört auch dazu, einfach mal dagegen zu sein und es auszuprobieren. Manchmal klappt das und manchmal nicht. Danach oder dabei kann man dann ein Bier, Kaffee oder was auch immer trinken. Sich in die Arme nehmen und sagen:

Danke, das du mich an meine Grenze gebracht hast!

Schönreden hat nichts mit Wertschätzung zu tunÜbergewichtige fette Coaches

Regelmäßig könnte ich wirklich den Kopf gegen die Wand hauen. Da wird alles schön geredet. Grade vor wenigen Tagen habe ich in Bezug auf Übergewicht das Wort Fett benutzt in einer Fachgruppe. Uiuiuiui das gab einen riesen Ärger. Ich dürfte doch nicht sagen, dass Menschen fett sind. Ich solle lieber übergewichtig sagen. JA bloß alles schönreden.

Ab einem gewissen Gewicht ist man Fett!
Ich kann und will das nicht in kg definieren, doch gesellschaftlich ist man Fett!

Dieses ganze herunterspielen und schönreden führt nur zu einer Sache: Die Menschen verändern sich nicht.

Ist es wertschätzend, wenn ich zusehe wie meine Freunde sich tot fressen? Sicher nicht. Ebenso wenig ist es wertschätzend dann von leichtem Übergewicht zu reden.

Schönreden heißt lügen!

Ungefragtes Feedback

Ist wohl Seminarinhalt von fast jeder Coachingausbildung. Das macht man nicht. Man fragt ganz lieb: Möchtest du ein Feedback von mir?
Im Coachingkontext ist das total richtig und sinnvoll, an manchen Stellen jedenfalls.

Die Welt ist keine Coachingausbildung

Es interessiert niemanden da draußen, ob du als Coach gelernt hast, das man kein ungefragtes Feedback gibt. Die Leute sagen es dir einfach. Weil sie es für wichtig halten. Und weil, sie es nicht besser wissen. Das ist wirklich gut gemeint von ihnen, sonst würden sie schweigen.

Genau deshalb geben die Menschen dir einfach ungefragt ihr Feedback. Weil sie es ernst und gut mit dir meinen.

Die Brücke zum Marketing für Coaches

Was hat das jetzt alles mit Marketing, verkaufen und Erfolg zu tun? Eine ganze Menge. Erfolgreich wird man selten über Nacht. Und noch seltener wird man erfolgreich durch Zufall. Vielmehr haben viele der mega erfolgreichen Menschen es immer und immer wieder versucht. Da war Aufstieg und Absturz stets ein Wechselbad der Gefühle. Von ganz oben nach ganz unten und zurück. Im Marketing bedeutet das mehr Mut.

Mut zur Lücke!
Mut zur Political Uncorrectness!
Mut zu polarisieren!
Mut zur Wahrheit!

Mut du selbst zu sein!

Die Brücke zum SEO Marketing für CoachesMarketing wertet nicht

Ein großer Irrglaube von vielen Coaches ist es, dass eine Marketing-Aussage gemein wäre. Dem Marketing ist es egal ob du blond bist oder brünett. Ob du dick oder dünn bist. Marketing hat keine eigene Seele. Marketing ist wie ein Roboter der nur bewertet:

Ergebnis Variante A =
Ergebnis Variante B =
Ergebnis Variante C =

Das Marketing liebt dich auch, egal wie du bist!
Nur die Kunden halt nicht!

Marketing heißt Kundenerwartungen erfüllen

Das macht es dann wieder einfacher. Es gibt so viele Menschen da draußen, dass wir uns nicht verbiegen müssen. Wir brauchen uns nicht die Haare blond färben und ein Abo beim Schönheitsdoc zu unterschreiben. ABER dann sollten wir auch nicht versuchen, genau diesen Job zu bekommen. Das ist ein häufig gemachter Fehler. Es wird verglichen mit völlig anderen Menschen und auf die gleiche Kundengruppe gezielt. Das geht nicht!

Finde die Kunden die zu dir passen!

Genau an diesem Punkt müssen wir wieder nach oben springen. Du brauchst ehrliches Feedback von deinem Umfeld, damit du die Kundenerwartungen auch erfüllen kannst. Kein Feedback ist viel gefährlicher, als jedes Wort Kritik! Dein echter Feind, sieht einfach schweigend zu, wie du ins Verderben läufst!

Müssen ist kein böses Wort

Coaches werden in der Coachingausbildung darauf trainiert, dass niemand etwas muss. Muss ist Zwang. Übrigens, wenn du schon länger dabei bist: Ich schreibe oft du musst!

Nein natürlich musst du nicht, kannst auch so weitermachen wie bisher, ich schaue gern zu 🙂

Marktregeln sind Marktregeln

Es gibt nun einfach gewisse Regeln im Markt und in der Gesellschaft, die müssen wir einhalten. Klar können wir auch anders, aber das gibt schnell Ärger. oder führt einfach nicht zu Erfolg. Alles ist erlaubt, alles ist möglich. Nur manches führt halt zu Erfolg und manches nie.

Wertschätzung im Marketing

Hör auf zu jammern!

Manchmal glaube ich, in manchen Coachingausbildungen, gibt man wirklich sein Rückrat ab. Wenn das bei dir so ist, dann hol es dir wieder! Zeig deine breite Brust. Steh ein, wofür du hier bist! Steh zu deiner Meinung und steh zu deinem Wort. Und wenn dir jemand sagt: Deine Webseite ist völlig Sch….. Dann frag:

Wie kommst du zu dieser Meinung?

Nimm diese Information und prüfe, ob etwas Wahres dran ist.

Wenn ja, dann bedank dich.
Wenn nein, dann bedank dich auch!

Ich kenne eine Menge Coaches und ganz viele wirklich Gute. Du bist bestimmt auch so einer!
Nur leider kenne ich auch eine Menge erfolglose Coaches. Ob du so einer bist, weiß ich nicht. Aber wenn es so ist, dann sei ehrlich zu dir.

Es ist egal wie gut du bist, du musst verkaufen!

Grade vor einigen Tagen hat eine echte Grand Dame des Coachings geäußert, dass es für Ihr Magazin einfach zu wenig Leser gab. Egal wie gut du bist, du musst dein Produkt verkaufen. Dazu musst du nicht wie ein Marktschreier vor die Tür rennen, doch du solltest deine eigene Methode finden und umsetzen.

Ich helfe dir gern, nimm Kontakt auf und wir bauen gemeinsam dein System.

 

8 Antworten
  1. Beatrice Lührig
    Beatrice Lührig says:

    Sagen, was man denkt, ohne Honig und so … Das ist wirklich die große Herausforderung, denke ich. Aktuell merke ich, dass ich mit meinem Schul- und Beziehungsthema Eltern-Lehrer-Schüler das total heiße Eisen in der Hand habe. Viele können das nicht aushalten, wenn ich klar sage,w as für mich gar nicht geht und springen (von meiner Seite) ab. Andere wiederum können gut erkennen, dass es darum geht, sichtbar zu machen, was aufgearbeitet und geändert werden sollte, nicht aber um grundsätzliche Verurteilung irgendwelcher Personen. Eine Gradwanderung und manchmal schmerzhaft. 🙂

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    • Mike Borchert
      Mike Borchert says:

      Das glaube ich gern und trotzdem hilft es uns, die Menschen zu finden, die zu uns passen. Und nach den Schmerzen kommt ja die Zielgrade.

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  2. Eva Lueg
    Eva Lueg says:

    Cooler Blogartikel. Gehe ich völlig mit. Geht mir auch auf den Keks – dieses fehlende Rückrat. Aber das Wort „Fett“ für übergewichtige Menschen zu benutzen finde ich richtig übel. Direktheit mit Wertschätzung ohne Wattebausch – das geht auch. Und ich rede hier wahrlich nicht von gewaltfreier Kommunikation. Das was ich meine, ist eine Kunst und braucht Fingerspitzengefühl. Fingerspitzengefühl ist aber nicht jedermanns Sache und wird oft als zu anstrengend bewertet. Die Kommunikation die ich meine, hat sehr viel damit zu tun, dass man bei sich selbst bleibt und ganz klar äußert, wie man es selbst empfindet und was einen nach eigenen Wertmaßstäben stört. Aber das gehört für dich vielleicht auch in die Kategorie „Wattebausch“. Zu sagen:“Ich mag dich nicht!“ fänge ich zum Beispiel völlig legitim oder „Ich will mit dir nicht arbeiten!“. Das nenne ich mal Rückrat. Oder:“Es macht mich richtig wütend, wenn ich dabei zusehe, was du deinem Körper antust!“.

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    • Mike Borchert
      Mike Borchert says:

      Danke für dein Kommentar Eva, ich denke beim Thema: Wie drücke ich etwas aus, müssen wir etwas differenzierter hinsehen. Auch hier sei noch einmal erwähnt: Ich wurde früher gehänselt, weil ich zu dick war. Das war nicht schön und die Kinder haben auch keine netten Worte benutzt. Das Wort: „Fett“ nutze ich, weil es gesellschaftlich bei uns so genutzt wird. Mir als Person sind solche Dinge egal, ebenso Religion Hautfarbe und Co. Fakt ist eben aber, dass übergewichtige Menschen im Durchschnitt schlechter bezahlte Jobs haben, weniger Lebensfreude und ein kürzeres Leben. Ob schönreden da hilft, will ich nicht bewerten.

      Mir ist wichtig zu transportieren, dass es keineswegs um eine Abwertung geht, sondern eher der gesellschaftlich genutzte Konsens ausgedrückt werden soll.

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  3. henning Klocke
    henning Klocke says:

    Hallo Mike, super Artikel. ich würde aber auch sagen, dass es bei aller Ehrlichkeit trotzdem wichtig ist, wie ich etwas sage. Und natürlich kann ich als Coach auch manchmal etwas als „Ausgangspunkt“ loben, das im direkten Marktvergleich vielleicht (noch) nicht standhält …

    Aber insgesant stimme ich dir vollkommen zu..

    Antworten
  4. Angela D. Kosa
    Angela D. Kosa says:

    Sehr schön auf den Punkt gebracht.

    Nach meinen Beobachtungen steht den meisten Coaches ihr Helfersyndrom im Wege, insbesondere den weiblichen.

    Das Unternehmer-, schlimmer noch Verkäufer-Gen, ist unterentwickelt, unterdrückt oder nicht vorhanden. Es widerspricht ja in den Augen vieler dem „Schmusi-Image“.

    Das führt dann dazu, dass sie einerseits Tuktuk-Marketing betreiben, andererseits aber von Tesla träumen.

    Lieben Gruß
    Angela

    http://white-hat-leads.com

    Antworten
  5. David Goebel
    David Goebel says:

    Hallo Mike,

    so sehe ich es auch. Kürzliche habe ich in einem Artikel von mir eine meine Grundüberzeugungen (jeder kann zeichnen) kundgetan und als Reaktion gab es einen Aufschrei von Designern. Zuerst war ich geschockt und jetzt betrachte ich das Thema demnächst von beiden Seiten. Denn es gibt gute Gründe für beide Seiten.

    Aber ich stehe zu meiner Meinung, weil ich davon überzeugt bin.
    Ist nicht bequem, aber macht sichtbar.

    SinnSTIFTende Grüße,
    David

    Antworten
  6. Dunja Herrmann
    Dunja Herrmann says:

    Hallo Mike,

    das ist wirklich ein gelungener Beitrag, der ins Schwarze trifft! Auf meiner Website steht: „Ich sage dir, wo es hapert. Ich kann hartnäckig sein. Doch ich lasse dir stets die Freiheit deinen eigenen Weg zu gehen.“
    Ich behaupte, dass ich auch wertschätzend Klartext sprechen kann. Die Wertschätzung kommt jedoch von innen und richtet sich an die Person selbst. Die Person ist immer zu unterscheiden von dem, was sie wie produziert oder kommuniziert.

    Danke, dass du ausgesprochen hast, was andere nur denken 🙂

    Viele Grüße,
    Dunja

    Antworten

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